Vom 22. bis zum 25. Mai verbrachte die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Issigau zusammen mit ihren Betreuern und einigen Gästen wieder ein paar erlebnisreiche Tage bei ihrer Partnerwehr im österreichischen Baden bei Wien.
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Die Reise startete Samstag früh um 3 Uhr am Dorfplatz in Issigau mit einem Reisebus, zur Verfügung gestellt von dem Reiseunternehmen Rödel aus Berg. Und wie konnte es anders sein, als das auch in diesem Jahr wieder unser Marco als Busfahrer zur Verfügung stand. Als nun alle ihr Hab und Gut im Bus verladen haben, konnte es endlich los gehen. Die achtstündige Fahrt ging auf eine recht angenehme Art und Weise vorüber, da es insgesamt nur 24 Teilnehmer waren, der Bus jedoch für 55 Personen Platz bot und somit jeder eine Bank für sich hatte.
Gegen 11 Uhr erreichten wir unser Ziel, und mit Hilfe der Kameraden aus Baden wurden wir zu unserem Quartier gelotst, das, wie es sich herausstellte, wieder die Schule am Pfarrplatz war, in der wir schon beim letzten Mal unser "Lager" aufschlagen durften. Nach einer kurzen Verschnaufpause stand die Begrüßung durch Gerald "Gary" Peter, dem Kommandanten der Badener Feuerwehr, und dem Jugendwart Markus Trobits an. Diese freuten sich, dass es auch dieses Jahr wieder geklappt hat und hoben hervor, dass es bereits das 7. Mal sei, in dem das Internationale Zeltlager stattfindet. Sie freuten sich auf die nächsten Tage und eine gute Zusammenarbeit. Die Betreuer, allen voran Helmut und Tommy, äußerten ihrerseits einige Worte des Danks und sprachen sogleich eine Einladung für ein Treffen im nächsten Jahr in Issigau aus, welche Gary herzlich annahm.
Nachdem der offizielle Teil vorbei war, wurde zunächst gemeinsam zu Mittag gegessen, bevor es ans Einrichten der Lagerstätte in der schuleigenen Turnhalle ging. Am Nachmittag hieß es dann Umziehen und Fertigmachen zum Üben für das diesjährige Abzeichen, welches unsere Jugendlichen zusammen mit der Jugendgruppe der Badener Feuerwehr ablegen werden. Es stand ein Wissenstest an, der im Vergleich zu den uns bekannten mehr praxisorientiert war, also aus Fahrzeugkunde und einem Test über die verschiedenen Dienstränge bestand. Hierzu wurden unseren Jugendlichen im Innenhof der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Stadt die wichtigsten Gegenstände gezeigt und deren Funktion bzw. Handhabung näher erläutert. Auch stand eine kleine Lektion in Sachen Bezeichnung an, da manche Teile in Österreich anders genannt werden als in Deutschland, wie Schanzzeug (österr.) = Schaufel & Hacke.
Nach getaner Arbeit ging es zunächst zurück ins Quartier, wo wir zunächst ein wenig Zeit hatten, uns auszuruhen oder Baden ein wenig zu erkunden. Am Abend stand dann alles im Zeichen des Champions League Finales FC Bayern München gegen Real Madrid. Hierfür haben unsere österreichischen Kameraden extra einen Beamer organisiert, um dieses ach so wichtige Spiel in einem angemessenen Rahmen verfolgen zu können. Doch die anfängliche Euphorie auf einen Sieg der Bayern verflog im Verlauf des Spiels sehr schnell, was die meisten (bis auf ein paar Ausnahmen;-) zum Anlass nahmen, sich nach so einem anstrengenden und langen Tag schlafen zu legen.
Für Sonntagmorgen war ein Gottesdienstbesuch in der benachbarten Pfarrkirche anberaumt worden, wofür es wieder mal sehr früh aufzustehen galt, für den einen oder anderen vielleicht etwas zu früh?! Nach der Messe wurde es schließlich für unsere Jugendlichen ernst: der Wissenstest stand an. Hierzu mussten sie sich wieder bei hochsommerlichen Temperaturen in ihre Schutzanzüge quälen, um schließlich nach einem Marsch durch die Fußgängerzone von Baden im Innenhof der Feuerwehr anzutreten. Dort wurden sie in mehrere Gruppen eingeteilt und der Test konnte beginnen. Nach knapp zwei nervenaufreibenden Stunden gab es schließlich erfreuliches zu verkünden: alle Teilnehmer, sowohl unsere Jugendlichen wie auch die Jugendgruppe der Badener Feuerwehr haben den Wissenstest bestanden. Nun war Erholung angesagt. Während sich die einen ein schattiges Plätzchen suchten, nutzten die anderen die Gelegenheit, sich die Stadt aus der Vogelperspektive anzuschauen. Hierfür wurde die neueste Errungenschaft der Badener in Stellung gebracht: ihre neue Drehleiter DLK 23-12 GLT CS mit Knickfunktion. Bei dem Anblick eines solchen Fahrzeugs kamen so manche sichtlich ins Schwärmen und es schossen ihnen Gedanken durch den Kopf, wie „… ach wie schön wäre es, wenn wir doch auch ein neues Fahrzeug hätten…“;-)
Schließlich ging es wieder zurück ins Lager, wo das Mittagessen schon auf uns wartete. Nachdem sich alle wieder gestärkt hatten, ging es gleich weiter mit dem nächsten Programmpunkt, einem Besuch im Flugmuseum in der Wiener Neustadt. Hierbei handelte es sich um ein zum Museum umgebauter Hangar, der alles beinhaltete, was ein Fliegerherz höherschlagen lässt und die Luftfahrt sonst zu bieten hatte: vom einfachen Drachen aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu Triebwerken aus der Neuzeit. Auch eine große Auswahl an Fallschirmen und Heißluftballons konnte man bestaunen. Anschießend konnte noch bei einem kurzen Abstecher auf das Rollfeld vor dem Museum ein Blick auf einige Privatjets geworfen werden.
Nach diesem informativen Ausflug blieb uns wieder etwas Freizeit, welche zumeist zum Tisch-Kicker-Spielen genutzt wurde, bevor der Höhepunkt eines jeden Besuchs in Österreich anstand: dem Besuch des Praters in Wien, dem ältesten und größten „Dauer-Volksfest“ in Europa. Nach einer kurzen Lagebesprechung mit anschließender Aufteilung in Gruppen auf dem Parkplatz hatten alle ca. 3 Stunden Zeit, sich auszutoben. Während die einen meinten ihren Mut beim Dauerfahren im Free-Fall-Tower bzw. in der Boomerang-Achterbahn unter Beweis zu stellen, nutzten die anderen den Besuch, ihre Höhenangst bei einer Fahrt im höchsten Kettenkarussell Europas (117m!!!) zu überwinden. Um 22.30 Uhr fanden sich alle wieder am Bus ein und es ging gemeinsam zurück ins Quartier, wo der Tag beim Lagerfeuer zu Ende ging.
Für Montag Vormittag war zunächst ein Geländespiel geplant, welches von den Jugendlichen der Badener Feuerwehr organisiert werden sollte, doch das Fußballspiel vom Samstag brachte Markus zu der Idee, selbst ein Länderspiel zu initiieren: Deutschland gegen Österreich – was für ein Duell! Also wurde kurzerhand umorganisiert und wenig später fanden wir uns alle auf einem Bolzplatz am Rande von Baden wieder. Nach einer kurzen Aufwärmphase hieß es zunächst Antreten zum Singen der Nationalhymne – was sein muss, muss sein –, doch selbst diese einfache Sache artete in einem Wettstreit aus darum, wer ihre Hymne lauter singen kann. Dies ließ auf einen gesunden Kampfgeist auf beiden Seiten schließen – ist ja schon mal etwas. Da hier jedoch kein eindeutiger Sieger hervorkam, musste wohl der Ball entscheiden. Bei zwei mal 20 Minuten lieferten sich beide Mannschaften einen erbitterten Kampf um das runde Leder, doch es kam, wie es kommen musste: Deutschland verlor gegen Österreich mit 3 : 10 – welch eine Schmach!! Selbst unser Kommandant Helmut, der sich kurz vor Ende des Spiels selbst einwechselte, konnte die Blamage nicht mehr verhindern. Doch trotz des ungeplanten Spielausgangs zu Gunsten der Badener war es dennoch eine rießen Gaudi für alle Beteiligten und eine Revanche wurde für den Besuch der Badener in Issigau im nächsten Jahr anberaumt.
Nach so einem sportlichen Vormittag war die Nachfrage nach einem Besuch im Strandbad natürlich groß, denn wo kann sich bei so hochsommerlichen Temperaturen besser erfrischen als im Freibad. Somit teilten sich die Jugendlichen in zwei Gruppen: während die einen ihr Schwimmzeug zusammenpackten, trafen sich die Kultur-Junkies (eine deutliche Minderheit!) vor dem Schuleingang für eine kleine Stadtführung mit Markus. Los gings an der Pestsäule, durch die historische Schlossergasse bis zum Dobelhoffpark, wo man im Rosarium über 175 verschiedene Arten von Rosen begutachten konnte. Weiter ging die Führung zur Römertherme und anschließend durch den Kurpark zurück zum Lager.
Doch der rundum gelungene Tag sollte noch ein jähes Ende finden, wie es sich später zeigte, denn kaum zur Ruhe gekommen, erhielt Tommy einen überraschenden Anruf von Marco. Die Nachricht: hinteres Nummernschild vom Bus geklaut! Zunächst glaubte jeder an einen schlechten Scherz, doch als sich dann Gary, Markus, Tommy, Helmut und Marco gemeinsam auf den Weg zur örtlichen Polizeidienststelle aufmachten, erkannten wir erst den Ernst der Lage. Natürlich verbreitete sich diese Neuigkeit wie ein Lauffeuer unter den Kameraden. Die wildesten Spekulationen wurden angestellt, von Souvenirjägern bis zur Mafia. Ein wenig später hieß es dann Aufatmen: von den örtlichen Polizeibeamten erhielten wir eine einstweilige Erlaubnis, mit der wir ohne Nummernschild durch Österreich fahren durften. Dennoch wollten wir nicht ganz ohne einem Nummernschild nach Hause fahren, also wurde kurzerhand ein Pappkarton umfunktioniert.
Abends hieß es dann noch ein letztes Mal Uniform anziehen für den offiziellen Lagerabschluss im Speisesaal der Schule. Traditionell wurden zuerst die Abzeichen des bestanden Wissenstest an die Jugendlichen vergeben, dann ging es weiter mit der Siegerehrung des Fußballturniers, bei der die Siegermannschaft einen Pokal voll mit Whisky-Cola überreicht bekam. Schließlich ging es an den Austausch der Gastgeschenke. Der Lagerabschluss endete mit einem gemütlichen Beisammensitzen am Lagerfeuer im Garten der Schule.
Letztendlich war der Tag der Abreise gekommen. Am Dienstagmorgen war noch vor dem Frühstück Feldbetten abbauen und Koffer packen angesagt, da gleich nach dem Essen der Bus beladen werden musste. Gesagt - getan: nach einer guten Stunde standen alle zur Abfahrt bereit vor der Schule. Doch es stand noch ein gemeinsamer Besuch des Rollett-Museums in Baden-Weikersdorf an. Hierbei wurde uns ein Einblick in längst vergangene Epochen gewährt: von Speerspitzen aus der Jungsteinzeit bis hin zu Tonscherben aus der Römerzeit. Auch die Entstehung der Stadt Baden war hier durch eindrucksvolle Exponate dargestellt worden. Doch am interessantesten war wohl zum Einen die Schädelsammlung des Herrn Rollett wie auch die ausgestellte, über 2000 Jahre alte, Mumie.
Nun war der Zeitpunkt des Abschieds gekommen: vor dem Museum verabschiedete man sich unter deutlich weniger Tränen wie bei den letzten Male voneinander, bevor wir dann unsere Heimreise antraten. Hierzu wurden wir unter Blaulicht und mit Martinshorn von den Kameraden aus Baden bis zur Stadtgrenze eskortiert - einmal sich fühlen wie ein VIP!!
Nach einer recht ruhigen Heimfahrt erreichten wir abends unsere Heimat Issigau, wo wir schon sehnsüchtig von unseren Eltern, Freunden und Verwandten erwartet wurden.


